Mittwoch, 21. Oktober 2015

Tarte Tatin

Momentan läuft ja wieder die Sendung "Das große Backen". Letztens mussten die Kandidaten bei der technischen Prüfung eine Tarte Tatin backen. Gehört habe ich schon öfters davon, in letzter Zeit sogar in einer Backzeitschrift eine gesehen. Die Sendung hat mich mehr oder weniger dazu inspiriert ein wenig Recherche zur Tarte Tatin zu betreiben. Bei einigen Kandidaten ist die Tarte ja nicht zur Zufriedenheit der Juroren gelungen. Zu dicke Apfelscheiben, zu trockener Mürbteig, zu viel Mürbteig, zu festes Karamell waren einige der Kritikpunkte. 


Zur Recherche der Tarte Tatin...

 

Die Einen bezeichnen sie als Stern am französichen Desserthimmel und Andere betiteln sie als rustikalen französischen Apfelkuchen. 

Entstanden sein soll sie mehr oder weniger per Zufall im 19. Jahrhundert. Die betagten Tatin Schwestern aus Larnotte-Beuvron an der Loire wollten wohl für Gäste einen Apfelkuchen backen. Er fiel leider mit der Apfelseite nach unten zu Boden. Daraufhin sollen sie die Äpfel in die Form gegeben, mit neuem Teig abgedeckt und erneut gebacken haben. 
Eine weniger charmante Version der Geschichte zur Tarte Tatin besagt, dass die ältere der Schwestern wohl nicht ganz so intelligent gewesen sein soll und der Apfelkuchen im Stress verkehrt herum im Ofen gelandet ist.

Egal welche der beiden Versionen stimmt, sie erklären beide das so Typische für die Tarte Tatin. Sie wird verkehrt herum, also mit der Apfelseite nach unten, gebacken und dann gestürtzt. Aussehen tut die Tarte, wenn sie gelungen ist, dann folgendermaßen:



Neugierig wie schwierig das ganze Unterfangen wirklich ist und auch, weil ich Apfelkuchen einfach gerne mag, habe ich mich auch an das praktische Experiment Tarte Tatin gewagt. Die Auswahl an Rezepten hat es mir nicht unbedingt leicht gemacht und letzten Endes ist bei mir eine Tarte Tatin in Anlehnung an mehrere Rezept entstanden. 

Zuerst habe ich einen Mürbteig aus 250 g Mehl, 175 g Butter und 125 g Zucker bereitet. Der musste dann erst mal rasten. 

In der Zwischenzeit habe ich mich an die Äpfel gemacht. Ca. 600 g Äpfel habe ich geschält, geachtelt und dann noch einmal in Spalten geschnitten. Meine Spalten hatten ca. 5 mm Stärke. Um das Braunwerden zu verhindern sind sie im Zitronenwasser gelandet. 


Das Rohr habe ich auf 180°C vorgeheizt und die Tarteform mit Butter eingefettet. Danach habe ich mich an das Karamell gewagt. Davor hatte ich ehrlich gesagt am meisten Respekt und ich war auch ein wenig skeptisch ob sich die Tarte wirklich aus der Form lösen würde.

Ich habe ca. 175 g Kristallzucker karmaellisiert und 2 El Butter hinzugefügt. Das Karamell war schön goldbraun und sämig. Die Karamellmasse hab ich in die kühlschrankkalte Tarteform gegossen. Das wurde mir beinahe zum Verhängnis, da das Karamell extrem schnell abgekühlt ist und ich dadurch Mühe hatte, es gleichmäßig zu verteilen. Es ist mir gerade noch so gelungen und ich konnte die Äpfel einschichten. 

Danach habe ich noch den Mürbteig ausgerollt und die Äpfel damit abgedeckt. Mit einer Gabel habe ich Löcher in die Teigdecke gemacht, aus dem Abschnitt  eine Rolle geformt, runderhum gelegt und flach gedrückt.

Die Tarte habe ich bei 180°C 35 Minuten im Ofen gelassen. Das waren dann doch 2 bis 3 Minuten zu lange. Sie hätte nicht ganz so lange gebraucht.
Die Tarte hat dann noch ca. 5 Minuten in der Form bleiben dürfen. Ja und dann kam wohl der spannendste Momente im Praxistest Tarte Tatin - würde sie heile raus kommen oder würde der gesamte Karamell am Boden festkleben?
Ich habe ein Küchenbrett auf die Form gelegt und dann das Gesamtpaket gewendet. Ganz leise war ein "Blobb" zu hören - ein gutes Zeichen!?! Ja, es war ein gutes Zeichen. Meine erste Tarte Tatin hat sich vollständig aus der Form gelöst und sieht noch dazu ganz schön aus. 

Jetzt musste das gute Stück nur noch ein wenig überkühlen und dann konnte sie dem Geschmackstest unterzogen werden. 

Resümee: 

Ich finde, dass das Verhältnis Teig und Äpfel gut passt. Auch das Karamell schmeckt wunderbar karamellig und ein wenig buttrig. Die Äpfel haben einen angenehm weiche Konsistenz. Für meine Begriffe und meinen Geschmack genau richtig.
Was mir hingegen nicht schmeckt ist der Boden. Er ist mir zu fest und bröselig, was sicher auch daran liegt, dass die Tarte zu lange im Rohr war. Aber der Boden schmeckt auch sehr buttrig. Das nächste Mal werde ich wohl eine andere Rezeptur für den Mürbteig verwenden. Ich hab da auch schon was im Hinterkopf, aber das ist dann eine andere Geschichte...



Donnerstag, 1. Oktober 2015

Babydecke

Der Herbst präsentiert sich schon in seiner vollen Pracht. Er lädt ein, die letzten sanften Sonnenstrahlen zu genießen und am Abend macht es doppelt Spaß auf der Couch zu sitzen und sich in eine kuschelige Decke einzuwickeln. Ich mag diese Zeit sehr gerne und nutze sie dann auch für Handarbeiten. 
Stricken gehört mittlerweile zu meinen Leidenschaften. Das war nicht immer so. Ich war immer viel zu ungeduldig, kürzlich angefangen sollte schon wieder alles fertig sein. Bei größeren Werken wollten die Maschen auf der Nadel kein Ende nehmen. Deshalb hab ich das Häkeln immer vorgezogen. Gefallen tut mir aber die Strickerei besser. Ich mag die ganz einfachen schlichten Muster. 
Aus gegebenem Anlass habe ich mich an eine gestrickte Babydecke herangewagt. 
  
Babydecke
Sie sollte ca. 85 x 85 cm haben. Mit dieser Größe kann sie auch länger genutzt werden. Auch als Puckdecke kann sie so ganz bestimmt Verwendung finden. Gestrickt habe ich die Decke glatt rechts. Das ist mein Lieblingsmuster. Da sich dabei aber die Enden und die Seiten einrollen habe ich noch ein Häkelborte drum herum gemacht. 


Für die Decke hab ich ein Baumwollgarn bei buttinette bestellt. Um sie neutral zu halten habe ich die Farben Leinen, Lachs und Aqua kombiniert. 

Die Decke ist im Grunde genommen sehr gut für Anfänger geeignet. Um euch die Sache zu erleichtern schreibe ich hier kurzu und bündig zusammen welche Materialien ich verwendet habe. 

Material für eine Babydecke (85x85cm)

Baumwoll-Naturgarn:
6 x Online alpha, Linie 11; Farbe Leinen
2 x Online alpha, Linie 11; Farbe Lachs
2 x Online alpha, Linie 11; Farbe Aqua

Stricknadeln:
Rundstricknadel Knit Pro, Stärke 4.0

Häkelnadeln:
Prym Häkelnadeln, Nr. 3.0

Anleitung: Zuerst habe ich eine Maschenprobe gemacht. Nach meiner Berechnung musste ich 170 Maschen anschlagen, damit die Decke am Ende 85 cm breit sein würde. Bitte mach doch selbst eine Strickprobe, da es immer von der Festigkeit des Strickens und selbstverständlich auch vom verwendeten Garn abhängig ist, wie viele Maschen du benötigst.
Ich habe in Streifen gearbeitet. 4 Reihen in Leinen, danach 3 Reihen in Lachs, 4 Reihen in Leinen, 3 Reihen in Aqua. Diese Abfolge habe ich bis zu einer Länge von 85 cm wiederholt. Ich habe eine ungerade Anzahl an Reihen in Farbe gewählt, dass die Fäden für die Farbübgergänge nicht nur an einer Seite der Arbeit sind.
Nach dem Abketten habe ich die Fäden (vom Farbwechsel) miteinander verknotet. Um das Einrollen an den Seiten etwas einzudämmen habe ich mich entschlossen einen Häkelborte anzusetzten. Dafür habe ich zuerst die gesamte Decke mit festen Maschen umhäkelt. In diese erste Häkelreihe habe ich gleich die Fäden miteingehäkelt, das hat mir das Vernähen erspart.
In der zweiten Runde habe ich in jede 4. Masche 6 Stäbchen gehäkelt. Dadurch entstehen dann die netten Bögen. Abschließend wurden noch die Fäden von der Häkelborte vernäht.